Anlässlich seines 15-jährigen aktivtätigen Bestehens hat das INID-Institut in Hamm am 24. Oktober 2014 eine Veranstaltung zum Thema "Salafismus, Jugend und Präventionsmöglichkeiten" durchgeführt. Als Referenten geladen waren Muhammed Sameer Murtaza von der Stiftung Weltethos und Dr. Michael Kiefer vom Düsseldorfer Wegweiser e.V.

Vor rund 70 interessierten Gästen - darunter  zahlreiche Multiplikatoren des öffentlichen Lebens wie Schulleiter, Lehrer, Mitarbeiter von Jugendämtern, Polizei und anderen Behörden sowie von karitativen und kirchlichen Stellen - hielt die Hammer Bürgermeisterin Frau Ulrike Wäsche die Eröffnungsrede. Darin  unterstrich sie die außerordentliche Bedeutung dieser Veranstaltung.

Während Herr Murtaza in seinem Vortrag den historischen, theologischen und ideologischen Hintergrund des Phänomens Salafismus beleuchtete, stellte Dr. Kiefer die unterschiedlichen Dimensionen der Präventionsarbeit gegen die Radikalisierung von muslimischen Jugendlichen vor. Beide verwiesen darauf, dass Salafisten vermeintlich einfache Lösungen für komplizierte Probleme der Gegenwart anbieten. Zwar ließen sich diese Probleme so nicht aus der Welt schaffen, doch würde  ihr simplifiziertes  Weltbild auf viele Jugendliche anziehend wirken.

Und so standen bei dieser für alle Beteiligten fruchtbaren Veranstaltung folgende Fragen im Vordergrund: Wer sind diese extremen Gruppen? Wieso lassen sich immer mehr muslimische Jugendliche von ihnen verführen? Warum bestimmen schrille  Gruppen wie diese bis heute das Bild von Muslimen in den Medien? Welche Maßnahmen sollten getroffen werden, um muslimische Jugendliche vor Extremisten zu schützen? Welche Maßnahmen wurden bereits getroffen?

In diesem Zusammenhang wurde vor allem unterstrichen, wie wichtig eine Zusammenarbeit der  unterschiedlichen Institutionen und Akteure  ist. Prävention ist folglich eine Aufgabe, die die ganze Gesellschaft betrifft. Sie kann nur gemeinsam geleistet werden.

In der nachfolgenden regen Diskussion wurde deutlich, welche Ängste inzwischen bereits mit dem Thema Salafismus verbunden sind. Erhellende Kommentare aus ganz unterschiedlichen Alltags- und Erfahrungsbereichen trugen sehr dazu bei, dass ein differenzierteres Bild von der Situation entstand als bei oberflächlicheren Gesprächen über dieses Thema. Eine weitere Kernbotschaft, die mehrfach von den Veranstaltern selbst und auch von Gästen betont wurde, lautete außerdem, dass sich Muslimsein, Demokratieverständnis und Grundgesetzkonformität nicht gegenseitig ausschließen. Muslime sind dazu bereit, Verantwortung für ihre Gesellschaft zu übernehmen.

Nach der einstündigen Diskussion klang der Abend mit einem guten Essen in den Räumlichkeiten des Vereins aus. In freundlicher Atmosphäre und mit guten Gefühlen ging die Veranstaltung zu Ende.

br

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